WV-Nr: 1988-57
"Wimpel und Propeller" 1988
28 x 24 cm, Aquarell



WV-Nr: 1988-54
"Zwischen Abend und Morgen" 1988
28 x 24 cm, Aquarell



WV-Nr: 1988-53
"Kleiner Turm" 1988
28 x 24 cm, Aquarell
TEXT-ARCHIV

Claudia Jaeckel:
Reinhard Fritz: Neue Aquarelle

Katalogtext zur Ausstellung in der
Autoren Galerie 1, München 1989


Die Welt schweigt
am Schnittpunkt von Leben und Tod, als mache sie eine schöpferische Atempause und hielte für eine Weile inne. In diesem Moment spielt der Zeitenfluss keine Rolle mehr, es sei denn als grandioses Verschmelzen von Vergangenheit und Zukunft, ohne dass man sagen könnte, was zuerst war und was danach.

Die in den letzten beiden Jahren entstandenen Aquarelle von Reinhard Fritz bewegen sich auf dem scharfen, kaum fassbaren Grat zwischen Endzeit und Uranfang, zwischen Konzentration und Auflösung, auch zwischen der Unausweichlichkeit des Spiels und der Leichtigkeit des Seins. In einer transparenten Sphäre, die den Raum flächig und die Fläche räumlich erscheinen lässt, beherrschen Leerformen das Feld, Schattenrisse gewähren die Identität, die aufrechte Haltung der Figuren gibt den Impetus.

Es ist nicht nötig, diese Formen zu benennen (obwohl man durchaus von Olivenbäumen, Schachfiguren, Palmen, Froschbeinen oder Kaktusgerippen sprechen könnte). Denn das Wesentliche spielt sich nicht im Bereich des „Was“ ab, sondern in dem des „Wie“: ein in sich ruhender Komplex, selbst-verständlich und autonom, der das Zuschauen zulässt und sich dem Zugriff entzieht.

Die neuen Bilder von Reinhard Fritz haben eine meditative Dimension erreicht, die sich jenseits einer organisch-floralen Darstellung des Panta rhei ansiedelt. Was in seinen früheren Bildern noch konkret greifbar war, ist jetzt zur zentralen Aussage geworden, ohne dass es sich an einer fließenden Linie festmachen ließe. Allenfalls ist es noch im zarten Fluss der Farbigkeit (zwischen Rot und Grün, zwischen Gelb und Violett) direkt greifbar. Denn das Panta rhei (man könnte auch sagen: das Tao) ist nicht mehr Ziel der Darstellung. Es ist ihr Atem.

„Die, welche die Welt regieren wollen,
können es nicht fassen, das sehe ich:
denn die Welt ist ein geistiges Gefäß
und kann nicht gezwungen werden.
Wer es zwingt, verdirbt es.
Wer es festhält, verliert es.“ (Laotse)

Claudia Jaeckel
München, im November 1988



WV-Nr: 1988-55
"Im Olivenbaum wohnen" 1988
28 x 24 cm, Aquarell


WV-Nr: 1988-50
"Toscanische Nacht I" 1988
91 x 63 cm, Acryl auf Papier



WV-Nr: 1988-56
"Reise durch Toscanien" 1988
28 x 24 cm, Aquarell



WV-Nr: 1988-52
"Im Haus und ums Haus herum" 1988
91 x 63 cm, Acryl auf Papier

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