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Bilder von Reinhard Fritz in der Ausstellung
"GESTUFT. Stufen, Treppen, Leitern in der Gegenwartskunst"
in der Galerie der Kunststiftung S BC - pro arte, Biberach

Die Gruppenausstellung widmed sich dem architypischen Motiv der Stufe, Treppe und Leiter als traditionellem
Sinnbild für Aufstieg und Abstieg, Erfolg, Fortschritt, seeliche Entwicklung und dem Streben des Menschen nach
Höherem. Die Präsentation gibt Einblick in die Rezeption dieses elementaren Archityps durch zeitgenössische
Künstler. Mit Werken von Myrah Adams, Konrad Braun, Reinhard Fritz, Friedemann Grieshaber, Jürgen
Knubben, Heinz Mack, Werner Mally, Martin Spengler u.a. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Vernissage: Do. 22. September 2016 um 19 Uhr, Finissage: 18. November 2016 um 19 Uhr



WV-Nr: 1995-02
"Leiter im Netz" 1995
200 x 75 cm, Acryl auf Leinwand
Galerie Forum Lindenthal, Köln

WV-Nr: 1999-17
"Leiter mit Schatten" 1999
200 x 75 cm, Acryl auf Leinwand
Privatbesitz

WV-Nr: 2000-52
"Immer und ewig" 2000
40 x 50 cm, Acryl auf Papier
Kunststiftung S BC - pro arte, Biberach






WV-Nr: 2000-55
"In Vinetas Hafen aufgetürmt" 2000
40 x 50 cm, Acryl auf Papier
Kunststiftung S BC - pro arte, Biberach







WV-Nr: 2003-02
"Zeitfenster" 2003
65 x 140 cm, Acryl auf Leinwand
Besitz des Künstlers

WV-Nr: 2004-51
"Fischleiter" 2004
40 x 50 cm, Acryl auf Papier
Kunststiftung S BC - pro arte, Biberach

GESTUFT – Stufen, Treppen, Leitern in der Gegenwartskunst
Auszug aus dem Katalog zur Ausstellung von Dr. Barbara Renftle



Seite 26 und 27
Ganz anders mutet da die poetische Heiterkeit der Farbe in den Bildern von REINHARD FRITZ an, die vom mediteranen Licht beeinflusst ist. Wenige klar umrissenen Flächenformen schwimmen in tiefen Farbgründen, Figürliches und amorph Abstrahiertes geht in einem kosmischen Gefühl von Weite und fließender Bewegung improvisierte Symbiosen ein. REINHARD FRITZ, der auch Musiker ist, läßt die Bildstruktur nach ähnlichen Prinzipien wie seine Flötenkompositionen entstehen, seine Malweise scheint wie ein Echo auf die Leichtigkeit seiner Flötenmusik. Durch ihre lyrisch-musikalische Gestimmtheit, die Transparenz der Farbe und die sanft schwingenden Formen weckt die Bildwelt von Reinhard Fritz aber vor allem Ahnungen einer immateriellen Sphäre, einer geheimnisvoll intensiven, feinstofflichen Dimension, wo das bewusste Wissen um die greifbaren Dinge entgleitet und von den unterbewußten Wassern des Lebens bewegt und durchströmt neue Bedeutung annimmt. In dieser Sphäre fehlt die Schwerkraft, alles ist schwereloser, lichter und durchlässiger, aber es ist mitnichten ein formleerer Raum: Zeichen und Symbole des Lebens durchschweben die transparent schimmernden Farbräume. Herausgehoben aus dem irdischen Alltag bezaubern die Bildfindungen des Münchner Malers, weil in ihnen alles im Fluss ist. Alles wiegt sich sanft bewegt wie von strömendem Wasser oder säuselden Winden. Zarte Melodien durchziehen die Sphäre. Mit dieser relaxten Grundstimmung assimiliert der Künstler das Symbol der Leiter seiner Bildwelt. Leitern sind bei ihm keine technisch-konstruktiven Hilfsmittel zur Überwindung von Höhendistanzen, sondern natürlich-organische, anschwellende und sich verjüngende Gebilde, die sich dehnen und biegen und wie Pflanzen durch das Bild wachsen. Noch am ehesten mit der irdischen Strickleiter verwandt, bewegen sie sich durch den wässrigen oder luftigen Kosmos wie eigenständige Lebewesen und sind daher den Fischen und Grashalmen näher als den Gegenständen. Das zeichenhafte Kürzel ist bei Fritz Sinnbild des Wachstums viel mehr als des Aufstiegs. Sie verdeutlicht Wachstum als Grundprinzip in den Urgründen des Seins, wo gegensätzliche Kräfte sinnvoll ausbalanciert sind. "All diese Dinge sind eingebettet in ein Gewebe aus dünnen, meist reinfarbigen Lasuren, die sich vielfältig brechen, kontinuierlich wiederkehrende Farbklänge entwickeln und in ihrem transparenten Schimmern und Fließen das immaterielle Licht in den Bildgrund aufnehmen oder hervorscheinen lassen". REINHARD FRITZ gelingt dies nicht nur im Aquarell, sondern auch in großformatigen Acrylbildern. In diesen "Metaphern des Lebens auf dem Grund der Farbe", sind Sinnenfreude und Kontemplation, Wandlung und Ruhe kein Widerspruch.

Zitate: Katalog Reinhard Fritz, Bilder und Aquarelle, Tuttlingen 1992, Seite 6 und 7




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